Welche Funktionen sind bei der Entscheidung für eine Server Based Computing Lösung wichtig?


Die Entscheidung für eine bestimmte SBC-Lösung sollte nicht leichtfertig getroffen werden, da es sich meist um einen langfristigen Strategiewechsel innerhalb der Unternehmens-IT handelt. Daher sollte jede Lösung ausführlich dahingehend betrachtet werden, ob sie die nötigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Produktiveinsatz mitbringt. Im folgenden finden Sie eine Übersicht der Funktionen, die eine SBC-Lösung mitbringen sollte.

Umfassende Betriebssystem-Unterstützung

Legen Sie sich möglichst nicht auf einzelne Betriebssysteme oder bestimmte Releases fest. Gerade in Mischumgebungen sollte eine Vielzahl von Betriebssystemen unterstützt werden, sodass an dieser Stelle kein zusätzlicher Investitionszwang entsteht.

Sicherer Zugriff von außen

Der Zugriff von außen, sei es von unterwegs über UMTS oder vom Heimarbeitsplatz bzw. einer Niederlassung aus, wird immer wichtiger. Gerade hier sollte jedoch das Thema Sicherheit im Fokus stehen und nicht vernachlässigt werden. Eine Absicherung über eine Verschlüsselung des Datenstroms (und nicht nur der Anmeldedaten) ist Pflicht. Für eine noch höhere Sicherheit empfiehlt sich der Einsatz einer sogenannten 2-Faktor Authentisierung über Einmalpasswörter (z.B. RSA, SecureID, o. ä.).

Flexibler Zugriff über Webinterface

Um auch ohne eigenes Device schnell und sicher auf wichtige Anwendungen zugreifen zu können, empfehlen sich SBC-Lösungen, die den Zugriff über ein sogenanntes Webfrontend oder HTML-Interface unterstützen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass dem Anwender auch dort nur die Anwendungen angeboten werden, die für ihn freigegeben wurden. Ebenfalls wichtig sind hier die Unabhängigkeit vom verwendeten Betriebssystem und Browser sowie eine Proxy-Unterstützung, damit der Zugriff auf die Anwendungen wirklich flexibel erfolgen kann.

Schneller Rollout von Anwendungen

Ein besonders wichtiges Kriterium zur Senkung des Administrationsaufwands ist ein schneller und unkomplizierter Anwendungsrollout. Eine auf dem Server installierte Anwendung sollte sich mit wenigen Mausklicks auf dem Desktop des Anwenders bereitstellen lassen. Umwege wie die Erstellung von msi- oder Setup-Paketen sollten dabei genauso vermieden werden, wie die Notwendigkeit eines Neustart des Clients.

Nahtlose Anwendungsintegration, Single Sign On und Inhaltsumleitung

Um teure Schulungsmaßnahmen und erhöhten Supportaufwand zu vermeiden, sollte sich die ausgewählte SBC-Lösung nahtlos in den üblichen Workflow integrieren. Praktisch heißt das: Für den User soll sich möglichst nichts ändern. Dies beginnt schon damit, dass sich die Anwendungen wie gewohnt auf dem Desktop bzw. im Startmenü befinden und sich wie eine lokale Anwendung per Doppelklick starten lassen, ohne dass eine erneute Anmeldung durchgeführt werden muss. Des Weiteren sollten Dateien (z.B. doc oder xls) nach einem Doppelklick auf das Dateisymbol die ihnen zugeordnete Anwendung automatisch öffnen.

User- bzw. stationsindividuelle Anwendungsbereitstellung

In den meisten Umgebungen gilt: Nicht jeder User sollte auch jede Anwendung sehen. Dies kann lizenzrechtliche Gründe haben oder auch mit der gewollten Fokussierung auf den eigenen Arbeitsbereich zusammenhängen. Die optimale SBC-Lösung muss dafür sorgen, dass jeder Anwender nur die Anwendungen sehen und benutzen kann, die für ihn freigegeben wurden. Diese Festlegung kann entweder auf User- oder Gruppenebene erfolgen. In bestimmten Fällen ist es auch gewünscht, bestimmte Anwendungen nur auf festgelegten Arbeitsstationen anzuzeigen. Auch das sollte problemlos möglich sein.

Kompatibilität zu Standard- und Fachanwendungen

Die Kompatibilität zu Standardanwendungen wie Office kann bei fast allen SBC-Lösungen als gegeben vorausgesetzt werden. Bei branchenspezifischen Fachanwendungen (z.B. Datev, Sage o. ä.) sollte auf jeden Fall geprüft werden, ob eine Bereitstellung möglich ist. Hier empfiehlt sich ein Blick in die Referenzliste des Lösungsanbieters. Sind dort Kunden aus den entsprechenden Branchen gelistet, ist dies ein erster Hinweis auf eine gegebene Unterstützung solcher Fachanwendungen.

Optimale Nutzung vorhandener Hardware

Um durch die Einführung von Server Based Computing möglichst schnell eine Senkung der Kosten zu erreichen, sollten die notwendigen Investitionen auch auf der Hardware-Seite möglichst gering gehalten werden. Es empfiehlt sich daher, auf eine optimale Nutzung bzw. Ausnutzung vorhandener Hardware zu achten. Auf der Serverseite bedeutet dies, dass auch ältere und schwache Maschinen noch genutzt werden können (z.B. durch intelligente Load Balancing Mechanismen). Auf der Client-Seite sollten vorhandene PCs (auch FAT-Clients genannt) zumindest während einer Übergangsphase weiter genutzt werden können und nicht durch neue Geräte ersetzt werden müssen (mittelfristig empfiehlt sich ein Umstieg auf Thin Clients schon aufgrund der Energieeffizienz und des geringeren Maintenance-Aufwands).

Unterstützung lokaler Drucker

Während die Nutzung von Netzwerkdruckern bei nahezu jeder SBC-Lösung funktioniert, kann der Einsatz lokaler Drucker durchaus Probleme mit sich bringen, da diese nur in seltenen Fällen über geeignete Server-Treiber verfügen. Gerade bei günstigen Tintenstrahl-Modellen führt die Installation solcher Treiber auf dem Server regelmäßig zu Abstürzen. Hier ist darauf zu achten, dass die SBC-Lösung über einen universellen Druckertreiber oder einen PDF-Druckertreiber verfügt. Anderenfalls müssen zusätzlich teure Dritthersteller-Produkte angeschafft werden.

Support im „Falle eines Falles“

Auch die beste Lösung ist vor Fehlern in der Software nicht gefeit. Gleiches gilt für den Administrator, auch hier gilt: Irren ist menschlich. Aus diesen Gründen sollte sicher gestellt sein, dass der Hersteller der SBC-Lösung über einen kompetenten Support verfügt, der entweder der IT-Abteilung oder dem betreuende Systemhaus kompetenten Support leisten kann. Dabei sollte es sich bevorzugt um deutschsprachigen Support handeln.

Faires Lizenzmodell

Der letzte Punkt der Checkliste ist ein faires und auch transparentes Lizenzmodell ohne versteckte Kosten und maßvolle Kosten für technischen Support und Software-Updates.